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Meine Heimat - mein Geburtsdorf


Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich meine Liebe zu meiner Heimat – meinem Geburtsdorf äußern sollte. Ich bin zum Schluss gekommen, dass es am besten ist, wenn ich aufrichtig bin, wenn ich einen Teil meiner Erinnerungen aufschreibe. Ich bin alt geworden, es fällt mir aber immer gut, wenn ich am alten Donauufer spazieren gehen, einfach da sitzen und mich an alte Zeiten erinnern kann... In meinen Gedanken mache ich mich auf den Weg. Ich sehe mir den großen, lieben Fluss an. Ich bin erstaunt. Wie sauber noch ihr Wasser war, als ich mich als Kind in seinen Wellen badete, als die Pasasér (Passagiereschiff ) kam. Damals hat man das Holz auf der Donau bis zum Bratislava geschwemmt. Ich gehe runter nach Gurgya. Ich bewundere die Fischer, die ihr Netz aus dem Boot ins Wasser werfen. In der Wirklichkeit sind sie nicht mehr da. Sie wurden von der Donau weggenommen, oder von der Zeit? Sie sind nach Hause gegangen. Aber wo ist unser Zuhause? Nach Apostol Paulus: Unser Zuhause ist im Himmel. (Fil.3,20). Dann spaziere ich weiter. Ich schaue mir das ehemalige Láng-, Kuzmik-, dann weiter das Szarvasy-Schloss an. Was für eine Ordnung und Schönheit herrschte da. Es war eine geheimnisvolle Welt. Die einfachen Kinder, wie ich war, konnten da nicht so leicht hinein spazieren. Aber einmal, als mein Vater im Kuzmik-Schloss etwas reparieren sollte, durfte ich auch mit. Ich bewunderte die herrliche Einrichtung, die Möbel, die glänzenden Christalle, die Lampen. Ich fand auch die Luft ganz anders da. Man sprach über die Herren des Schlosses. Dass der Szarvasy Dozent an einer Hochschule war. Kuzmik sollte berühmter Arzt gewesen sein. Er hielt sich im Sommer gern in Karva auf, und die Dorfbewohner und die Leute aus der Umgebung brachten die Kranken mit Kutschen zu ihm, die er umsonst heilte – sagten die alten Omas über ihn. Mein Vater arbeitete jahrelang als Techniker und Schmied auf der Szarvasy-Puszta. Damals wohnten wir auch da. Ich lebte das Leben auf dem Bauernhof. Ich bin täglich zu Fuß in die Schule gegangen. Zuerst in die kleine Schule, wo Lehrerinnen unterrichteten, dann in die große Schule, wo Herr Lehrer Béla Vilmos lehrte. Die Lehrer wurden von allen in Ehre gehalten. Béla Vilmos war strenger Lehrer, er hat auf die Disziplin im Dorf geachtet. Abend durften Schulkinder nicht im Dorf herumlaufen. Er erfüllte auch die Aufgabe des Kantors. Im Chor der Kirche durften sich nur erwachsene und junge Männer aufhalten. Die Kirche hat sich oft als zu klein erwiesen. Vor den Bänken waren die Schulkinder. Wir standen auch an den beiden Seiten des Altars. Selbstverständlich gab es immer einen Ministranten, obwohl man auch die langen Antworten auf Lateinisch beherrschen musste. Herr Lehrer Vilmos kümmerte sich auch darum. Die Ordnung hat sich nach dem Krieg, leider, aufgelöst. Die Deportation nach Tschechien war grausam. Das Dorf wurde von bewaffneten Soldaten umschlossen. Auf dem Rathaus wurde es bestimmt, wer mitgenommen wird. Der LKW parkte in den Hof des jeweiligen Hauses. Ein bewaffneter Soldat kontrollierte, was die unglückliche Familie einpackt. Dann wurden sie auf den Bahnhof mitgenommen und in die Vagone eingeschlossen. Es war ein sehr kalter Winter damals. Die andere Aktion war nicht weniger schrecklich. Die „weissen Zettel“ wurden ausgegeben. Wenn eine Familie so einen Zettel bekam, wurde sie aus ihrem Haus gejagt und nach Ungarn umgesiedelt. Der gnädige Gott soll diejenigen entschuldigen, die so was ausgedacht und organisiert haben. Ein Glück, dass die Kirche erhalten geblieben ist. Sie ist ein äußerst wertvolles Denkmal. Die Wände flüstern die Nachricht des XIV. Jahrhunderts, das Barockschiff erinnert an vergangene Jahrhunderte. Wenn ich heute in meinem elterlichen Haus in Karva bin, gehe ich immer auch in die Kirche. Die Ansicht ist erschreckend. Die einmal so geliebte Kirche ist fast leer. Ich sehe nur ein paar Gläubige. Es ist nur eine kleine Gruppe von ihnen geblieben, die sich vielleicht von den Worten des Meisters ermutigt fühlt: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. (Lk 12,32). In meinen Gedanken gehe ich in die Straßen des Dorfes weiter. Hosszúsor, die Tulipán utca und die Új utca. Ich begegne fast keinem Bekannten mehr. Die Leute, die mir entgegenkommen, sind Fremde oder Unbekannte. Neue Häuser, neue Gesichter. Nur ein paar alte Häuser, die leise zwischen den neuen stehen, lächeln mir schüchtern zurück. Aber nicht die Häuser, sondern die Menschen sind wichtig. László Rónay sagt über den Menschen folgendes: Heutzutage treffen wir wenige. Nach einem alten griechischen Sprichwort ist es schön, ein Mensch zu sein, wenn man wirklich Mensch ist. Wo sind sie? Wir finden nur wenige. Der Mensch lebt für andere, er ist solidarisch, hat Liebe in sich. Es wäre schön, wenn in meinem geliebten Geburtsdorf Karva lauter solche Menschen leben würden. Die Kirche wäre dann vielleicht auch nicht halbleer sonntags, während der Heiligen Messe. Zum Schluss gehe ich noch in den Friedhof. Ich lese die bekannten Namen. Die ich als Alte, Schulkameraden oder ihre Eltern kannte. Sie sind alle hier bestattet. Ich hoffe, dass ich ihnen da drüben beim guten Gott, in der Heimat der endlosen Friede und Liebe begegnen werde. 

 

  ┼  Bartal Károly Tamás O.Praem.

der Abt aus Jaszovar

 

 

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